Bettwanzen Resistenz

Bettwanzen-Resistenz

 

Dr. Arlette Vander Pan

 

Diplom und Promotion in Biologie
Seit 2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet „Gesundheitsschädlinge und ihre Bekämpfung“ im Umweltbundesamt

Expertise: Bettwanzen-Forschung, Parasitologie, Molekulare Mechanismen der Insektizide-Resistenz.

 

Verfügbare Wirkstoffe wie Pyrethroide und Carbamate zur Bekämpfung von interagieren, mit Ausnahme von Chlorfenpyr, mit deren Nervensystem.

 

Aufgrund der schnellen Vergiftung der Zielorganismen durch Pyrethroide und der vergleichsweise geringen Anschaffungskosten werden sie weltweit bevorzugt eingesetzt und auch bei Bettwanzenbekämpfung hauptsächlich verwendet.

In den letzten Jahrzehnten wurden in verschiedenen Bettwanzenstämmen diverse Mechanismen entdeckt (Bettwanzen-Resistenz), die einzeln oder in Kombination auftreten können und für Pyrethroidresistenz sowie andere Insektizidresistenzen verantwortlich gemacht werden. Neben der Resistenz durch ein verändertes Verhalten werden vier Resistenzmechanismen unterschieden:

 

1. ein erschwertes Endringen der Insektizide,
2. ein verstärktes Ausscheidung der Insektizide,
3. eine erhöhte Entgiftung und
4. eine verminderte Wirkung der Insektizide am Wirkort.

 

Weltweit und auch in Deutschland berichten Schädlingsbekämpfer über Probleme bei der Bettwanzen-bekämpfung unter der Verwendung von Pyrethroiden (Bettwanzen-Resistenz). Um für Deutschland Daten zum Auftreten Pyrethroidresistenzen bei Bettwanzen und den zugrunde liegenden Mechanismen zu erhalten wurden 20 Feldstämme aus Berlin untersucht. Für fünf dieser Feldstämme konnte der sogenannte Resistenzindex (Ri) als Maßeinheit für Resistenz berechnet werden. Bei den untersuchten Stämmen ergaben sich unter Verwendung eines Pyrethroids-Resistenzindizes zwischen Ri=4,3 und Ri=20,6. Im Gegensatz zu einem Insektizid-sensiblen Laborstamm waren diese Bettwanzen erst bei höheren Pyrethroidkonzentrationen geschädigt.
Zudem konnte hier nie eine Schädigung sämtlicher Tiere erreicht werden!

 

Am Bettwanzenstamm mit dem höchsten zuvor ermittelten Ri wurden zudem die Wirksamkeit eines pyrethroiden Insektizids in der vom Hersteller empfohlenen Aufwandmenge unterpraxisähnlichen Bedingungen getestet. Da 50% der Bettwanzendieses Stammes keine Schädigung aufweisen, wurde der Stamm als pyrethroidresistent eingestuft.

 

Verschiedene molekularbiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Bettwanzen von 17 der 20 untersuchten deutschen Feldstämme eine und ein Stamm davon zwei Mutationen welche bei Bettwanzen mit Pyrethroidresistenz in Verbindung gebracht wurden aufweisen. Zudem wurde in fünf Feldstämmen ein erhöhter Level von Molekülen entdeckt, sie mit einer Entgiftung von Pyrethroiden in Zusammenhang gebracht wird.

Die Ergebnisse zeigen, dass Bettwanzenstämme mit einer Pyrethroidresistenz bzw. einer erhöhten – toleranz, sowie verschiedenen vererbbaren Resistenzmechanismen auch in Deutschland auftreten. Allerdings lagen die Resistenzindizes in den untersuchten Feldstämmen im Vergleich zu denen aus den USA (z.B. Ri=5200 und Ri=12800)

 

Diese Ergebnisse wiesen darauf hin, dass in Deutschland adäquat durchgeführte Bekämpfungen mit gründlichen Inspektionen, Demontage von potentiellen Wanzenverstecken sowie einer Rotation von Insektizieden und anderen alternativen Methoden die Ausbreitung von Bettwanzen eingedämmt und der Entstehung von Resistenzen entgegenwirkt werden kann.

Thermische, giftfreie und sehr effektive Bettwanzenbekämpfung.

Bettwanzen-Resistenz

Wie schon oft erlebt, sehen Sie auf dem Bild Bettwanzen die die chemische Bekämpfung überlebt haben und wie in diesem Fall verstecken sich hinter der Gardinenschiene. Solche Insektizid Bekämpfung fordert nur weitere Aufbau der schon vorhandene Resistenzen.